BMFSFJ DL mitFoerderzusatz RZ  

 

 

Projekte 2016

Es wurden zehn Projekte umgesetzt.


 

"Demokrat*innen bei der Arbeit - Kreisweite (Jugend-)Demokratiekampagne"

 

Projektträger

Verein Miteinander leben e.V.

Bahide-Arslan-Gang

23879 Mölln

Tel: 04542-843309

E-Mail: miteinander.leben(at)t-online.de

 

Projektzeitraum: April bis Dezember 2016

 

Der Verein Miteinander leben e.V. hat in 2016 eine kreisweite siegerlogoDemokratiekampagne gestartet, die vielfältiges demokratisches Engagement in unserer Gesellschaft sichtbar machen will. „Demokrat*innen bei der Arbeit“, so das Motto dieser Kampagne, will Menschen, die an so vielen Stellen in der Gesellschaft mit ihrer Intiative(n) für unsere Demokratie wirken, einladen, sich öffentlich zu zeigen, ihre unentbehrliche Arbeit als Alltagsdemokrat_innen wahrnehmbar werden zu lassen. Mit einem gemeinsamen Logo, das individuell als Button oder auf Plakaten bei Veranstaltungen - sei es eine politische Podiumsdiskussion zu gesellschaftlichen Fragen, sei es das regelmäßige Flüchtlingscafé, sei es eine Benefizaktion - genutzt werden kann. Oder auch im Netz auf einer Plattform in den sozialen Medien, vielleicht gestaltet in der Sprache und den Formaten von jungen Menschen und natürlich auch auf Veranstaltungen, die konkret unter diesem Motto organisiert werden könnten. Alle sind sie Demokrat*innen bei der Arbeit.

Benötigt für die Kampagne wurde ein griffiges, pfiffiges, button-fähiges Logo, das im Rahmen eines Logowettbewerbes an den weiterführenden Schulen gesucht und gefunden wurde.

Logo demokratinnen bei der arbeitFünf Schulen aus Ratzeburg, Mölln, Büchen und Lauenburg beteiligten sich schließlich am Wettbewerb, in dessen Zuge 77 vielfach bemerkenswerte Entwürfe entstanden. Nicht einfach zu entscheiden für die Jury, bestehend aus den Projektbeteiligten vom Verein Miteinander leben e.V., vom Ratzeburger Bündnis sowie der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg", welcher Entwurf der Kampagne schließlich ihr Gesicht geben soll.

Die Entscheidung fiel schließlich auf den Entwurf von Alexandra Barber aus der 11. Klasse der Gemeinschaftsschule Büchen, ein frisches eingängiges Motiv von stilisierten Menschen, die im Linienschwung wie in einer aufsteigenden Spirale verbunden sind. Gerade aus graphischer Sicht ein Entwurf mit hohem Wiedererkennungswert und vielseitig einsetzbar als Logo, Postkarte oder Button. „Mein Logo stellt eine Menschenmenge dar. Hierbei sind alle Menschen unterschiedlich groß jury demokratinnen bei der arbeitund dick. Das soll in meinem Logo zeigen, dass wir alle unterschiedlich sind, aber trotzdem alle verbunden. Meine Menschenmenge ist auch positiv ausgerichtet, ansteigend. Das soll verdeutlichen, dass Demokratie etwas Positives ist und dass die „Demokrat*innen bei der Arbeit“ einen Antrieb haben, etwas Positives zu tun“, beschreibt Alexandra Barber ihren überzeugenden Entwurf. Die Jury war sich aber einig, dass auch weitere Motive des Wettbewerbes in Sinne der Kampagne sicherlich Verwendung finden werden. Der Siegerentwurf wird jetzt noch einmal professionell aufbereitet und soll dann im kommenden Jahr für die Kampagne in Erscheinung treten.

 

Der Möllner Markt berichtete am 22.10.2016.

 


 

"Fit für Mitbestimmung"

 

Projektträger

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.                                           

Schmilauer Straße 66                      

23879 Mölln                                                                                                             

Tel: 04542-843785                                                                                                                      

E-Mail: koordination(at)kjr-herzogtum-lauenburg.de

             

Projektzeitraum: September bis Dezember 2016

 

Fit fuer Mitbestimmung”Fit für Mitbestimmung” ist ein Partizipationsangebot zur Demokratieförderung für Schüler_innen (insbesondere SVs und Klassensprecher_innen). In einem 2,5 tägigen Qualifizierungsseminar vom 3. bis 5. November wurden 15 Schüler_innen der Klassen 7-11 der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek und des Otto-Hahn-Gymnasiums Geesthacht an einem außerschulischen Ort (CVJM-Freizeit und Segelzentrum Ratzeburg) durch drei Referent_innen fortgebildet. Das Konzept ”Fit für Mitbestimmung” ist in Schleswig-Flensburg entwickelt worden.

Im Rahmen der bewilligten Förderung über ”Demokratie leben!” in 2015 konnte der Kreisjugendring Anfang Oktober 2015 fünf Personen bei der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. in dem Konzept ”Fit für Mitbestimmung” qualifizieren. Parallel wurde dieses Konzept der Schulrätin  vorgestellt. Daraufhin kam es zu einer Vorstellung des Konzeptes im Rahmen eines kreisweiten Marktplatzes für Schulen unter dem Titel ”Verantwortung übernehmen” auf dem Schulberg in Mölln. Kontakte zu Schulen (hier insbesondere verantwortliche SV-Lehrkräfte, Schulleiter_innen) wurden geknüpft. Parallel wurden Schulen per Mail über das Konzept/ Angebot informiert.

Neben den Schüler_innen waren zudem die jeweiligen SV-Lehrerkräfte bei dem Seminar im November dabei. Das Qualifizierungsseminar hat zum Ziel, die Schulkultur zu verbessern, fördert gruppendynamische Prozesse sowie die Bereitschaft sich für das Gemeinwesen einzusetzen. Die drei Referent_innen vermittelten Schlüsselqualifikationen, die für die Beteiligung in der Schule (und darüber hinaus) wichtig sind.

Inhalte waren:
-    Kenntnisse über demokratische Mitwirkungsprozesse in Schule
-    Rechtliche Grundlagen
-    Präsentations- und Rhetoriktechniken
-    Gruppendynamische Übungen
-    Problemlösungsverfahren
-    Projektmanagement

Die Teilnahme von unterschiedlichen Schulformen wurde für das Qualifizierungsseminar als positiv bewertet. So bekamen die Schüler_innen Einblicke in den Schulalltag und die Probleme und Herausforderungen der jeweils anderen Schule. Die Schüler_innen konnten sich hier durch einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch ergänzen.

Innerhalb des Qualifizierungsseminars haben die Schüler_innen der beiden Schulen Ideen für ein Projekt, welches sie bis Juni 2017 umsetzen wollen, entwickelt. Sie stehen hierbei im engen Austausch mit der beteiligten Lehrkraft, die in den 4/5 Monaten bei der Umsetzung beratend und unterstützend zur Verfügung stehen soll. Das abschließende 1,5-tägige Reflexionsseminar wird im Juni 2017 stattfinden.

 


 

"TOLERANZTRAINING - Keine Chance für Diskriminierung, Mobbing, Rassismus & Co."

 

Projektträger

Verein Miteinander leben e.V.

Bahide-Arslan-Gang

23879 Mölln

Tel: 04542-843309

E-Mail: miteinander.leben(at)t-online.de

 

Projektzeitraum: Novemver bis Dezember 2016

 

Das "TOLERANZTRAINING" wurde fünfmal an jeweils zwei Foto ToleranztrainingWorkshoptagen pro Klasse oder Jugendgruppe an der Bertha-von-Suttner-Schule Geesthacht, im Jugtendzentrum "Taktlos" in Mölln und am Berufbildungszentrum Mölln vom Referenten Ercan Kök durchgeführt. Das Ziel war das Aufzeigen verschiedener Formen der Diskriminierung und wo sie im Alltag versteckt sind. Es wurde den Jugendlichen durch eine frühe Diskussionsrunde ermöglicht, den Schwerpunkt und Verlauf des Workshops mitzubestimmen. Ein wichtiger Punkt des Toleranztraining war die Auseinandersetzung mit Fragen wie: "Wo habe und wurde ich, auf welche Art - von Wem - diskriminiert?", "Was macht Diskriminierung mit dem Menschen?", "Wieso diskriminieren wir?", "Hat Toleranz Grenzen?". Die Jugendlichen wählten zwischen Positionierungsübungen, bei denen die Meinung des_der Einzelnen im Vordergrund steht; Gruppenübungen, welche die Erfahrungen des_der Einzelnen im Zusammenhang mit der Gruppe betrachten und somit aufzeigen, dass jede_r von der Thematik betroffen ist; Theaterszenen, jenen die Möglichkeit bieten die Thematik aufzugreifen und sie auf eigene Art kreativ darzustellen.

Erstmals wurde dieser Workshop auch mit angehende Erzierher_innen durchgeführt. Der Anspruch wurde insofern angepasst, dass auch die Art der Präsentation, das pädagogische Konzept und die Auswahl sowie die Durchführung der Übungen besprochen und reflektiert wurden. Trotzdem lag der Schwerpunkt auf der Thematik der Toleranz, wodurch angehende Pädagog_innen feststellen durften, dass auch sie diskriminierende Verhaltensweisen und Denkweisen besitzen.

Die durchweg positive Resonanz von Lehrkräften und Schüler_innen zeigt einen immensen Bedarf an der Bearbeitung dieses Themas. Wir stellen fest, Toleranz wie Intoleranz und ihre Formen betreffen alle, unabhängig Alter, Herkunft, Gesundheitszustand, Kapital und Status.

 


 

"Bürgermeisterwahl Mölln - Ich wähle (selbst-) verständlich!"

 

Projektträger

Lebenshilfewerk Kreis Herzogtum Lauenburg gGmbH

Grambeker Weg 111

23879 Mölln

Tel: 04542-8467127

E-Mail: nwoebke(at)lhw-zukunft.de

 

Projektzeitraum: Januar bis Februar 2016

 

Sowohl im Zeitraum vom 25. bis zum 28. Januar als auch vom 1. bis zum 4. Februar haben mit zwei Gruppen anlässlich der Bürgermeisterwahlen in Mölln Seminare zur politischen Bildung stattgefunden. Berufsschüler_innen der Beruflichen Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg und überwiegend Erstwähler_innen aus dem Personenkreis der Beschäftigten der Möllner Werkstätten haben an diesen Seminaren gemeinsam teilgenommen.

Die Seminarinhalte wurden in Leichter Sprache vermittelt. Die Seminarteilnehmenden haben zum Abschluss der jeweiligen Seminargruppen Fragen zu relevanten Themen im Bürgermeisterwahlkampf entwickelt. Diese Themen wurden ebenfalls in Leichte Sprache übersetzt und im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 18. Februar den Bürgermeisterkandidat_innen.

Die Schüler_innen des BBZ Mölln haben unterschiedliche seminarbezogene Texte in Leichte Sprache übersetzt. Eine Prüfungsgruppe aus Teilnehmenden der Beschäftigten der Möllner Werkstätten hat diese Texte auf Vollständigkeit geprüft. Hierdurch konnten die Schüler_innen in einem Optimierungsprozess die Verständlichkeit der Texte weiter erhöhen.

 


 

"ZUGÄNGE SCHAFFEN - Schulaktionstage der Gemeinschaftsschule Mölln zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz"

 

Projektträger

Verein Miteinander leben e.V.

Bahide-Arslan-Gang

23879 Mölln

Tel: 04542-843309

E-Mail: miteinander.leben(at)t-online.de

 

Projektzeitraum: Januar bis März 2016

 

Zwei Sonderaktionen zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in der Gemeinschaftsschule Mölln.

 

grenzgaengerAm 22. Januar gab die Gruppe "Grenzgänger" ein Gesprächskonzert "Und weil der Mensch ein MENSCH ist" aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz. Zahlreiche Schüler_innen des 10. Jahrgangs waren dabei und lauschten den historischen Liedern aus der Zeit des Nationalssozialismus, die in Konzentrationslagern entstanden sind und von den Musiker_innen jeweils erläutert wurden. Der WPU 1 "Schicksale in der Nazi-Zeit" brachte eine kurze Präsentation über die Reise nach Auschwitz, die sie gemacht hatten, und das "Lied von den Moorsoldaten", das die Gruppe abschließend auch gesungen hat.

Direkt am Jahrestag, am 27. Januar, besuchten Tswi Herschel und seinetswi herschel Tochter die Schule. Herr Herrschel, der aus Holland stammt und 1986 nach Israel eingewandert ist, berichtete sehr eindrucksvoll aus seinem Leben. Ein Leben, das geprägt ist davon, wie er als Kleinkind aus dem Amsterdamer Ghetto gerettet wurde und den Holocaust überlebte. Seine Eltern hat er nur aus den Aufzeichnungen, die der Vater teilweise extra für ihn angefertigt hat, kennengelernt.

Nach seinem Vortrag sprach seine Tochter in englischer Sprache darüber, wie ihr Leben vor allem als Kind von dieser Zeit bestimmt ist, beispielsweise wie es als Kind ist, wenn man keinerlei Familie hat außer den eigenen Eltern, weil die Verwandtschaft getötet wurde.

Anschließend ergab sich aus Fragen der Schüler_innen ein intensives Gespräch, das in den Klassen- und Geschichtsstunden weitergeführt wurde.

 


 

"Interkulturelles Trommeln für Kinder und Jugendliche"

 

Projektträger

Musikverein der Aussiedler in Ratzeburg e.V.

Berliner Str. 16

23909 Ratzeburg

 

Projektzeitraum: Juni bis Dezember 2016

 

Musiker_innen des Musikvereins unter Leitung von Vanno Lobzhanidze bieten mittlerweile viermal wöchentlich einen interkulturellen Trommelkurs für Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren an.
Kooperationspartner ist das Diakonische Werk Herzogtum Lauenburg, welches in den Kinder- und Jugendeinrichtungen Gleis21 und Stellwerk die Räumlichkeiten in Ratzeburg zur Verfügung stellt, wo zweimal die Woche ein Kurs stattfindet. Außerdem konnte die Grundschule Georgsberg als weiterer Kooperationspartner gewonnen werden. In der Schule finden seit Anfang 2017 zweimal in der Woche Kurse statt. Das Trommeln verbindet ohne Sprache und altersübergreifend die Teilnehmenden und vermittelt die kulturelle Vielfalt unseres Miteinanders.

Neben dem Musizieren sollen langfristig auch die dazu passenden Tänze erarbeitet und einstudiert werden. Dies konnte aufgrund des späten Beginns des Projekts jedoch in 2016 noch nicht umgesetzt werden. Während die ersten Rhythmen aus dem Kauskasischen kamen, werden als nächstes lateinamerikanische Rhytmen mit aufgenommen. Die Teilnehmenden sind außerdem jederzeit eingeladen eigene Lieder einzubringen und zu erarbeiten. Je nach Gruppe (Jugendzentrum oder Grundschule) werden zunächst einfache Rhytmen einstudiert. Sobald die Gruppen ein kleines Repertoire eingeübt haben, werden sie wie geplant auf (Stadt-)Festen teilnehmen.

 


 

"Erkennen und begegnen - Islamistischer Extremismus im schulischen Kontext"

 

Projektträger

Verein Miteinander leben e.V.

Bahide-Arslan-Gang

23879 Mölln

Tel: 04542-843309

E-Mail: miteinander.leben(at)t-online.de

 

Projektzeitraum: April bis März 2016

 

Schule steht immer im permanenten Wandel, sei es durch den Reformeifer der Bildungspolitik oder im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen. Doch bestimmen gerade die Umbrüche in unserer Gesellschaft zunehmend das Tempo dieses Wandels und die damit verbundenen Herausforderungen für Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler_innen und Eltern gleichermaßen. Globalisierung, digitale Innovationen, Flucht- und Migrationsbewegungen, selbst politischer Extremismus und der internationale Terrorismus machen vor den Schultüren nicht halt. Dabei öffnen sich im Schulalltag viele Bildungschancen, aber es entstehen auch große Herausforderungen, auf die Schule immer wieder eine Antwort finden muss, um Schüler_innen einen möglichst festen Stand in dieser sich wandelnden Gesellschaft zu geben. Dabei spielt die Wertevermittlung eine zentrale Rolle. Diese Botschaft vermittelt Kurt Edler, Vorsitzender der Gesellschaft für Demokratiepädagogik, seit vielen Jahren im gesamten Bundesgebiet und mahnt in den Schulen eine „Grundgesetzklarheit“ in allen Bereichen der Schule an. So auch im Rahmen von zwei Fortbildungsveranstaltungen am Berufsbildungszentrum in Mölln und der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht, die auf Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. angeboten wurden.

Fortbildung Schule Einwanderergesellschaft KopieRund 80 Pädagog_innen, Sozialpädagog_innen, Schulsozialarbeiter_innen sowie angehende Erzieher_innen folgten den Ausführungen Kurt Edlers zur gesellschaftlichen Lage der Welt und den sich daraus ableitenden Bezügen für den schulischen Alltag, in dem sich zunehmend auch die ungelösten Probleme einer sich weiter politisierenden Erwachsenwelt widerspiegeln. Radikalisierungsprozesse, die auch im Klassenzimmer sichtbar werden, Extremismus, der dort seine Äußerungen finden, Ängste vor einer Welt, deren Veränderungen kaum mehr fassbar sind, sind längst Teil des Unterrichts geworden und fordern Schule heraus, auf Werte- und Kulturkonflikte zu reagieren. Edler skizzierte anhand zahlreicher Fallbeispiele aus seiner aktiven Zeit im Hamburger Schuldienst auf, welche Konfliktlagen sich zeigen können.

IS-Symbolik auf Schüler_innensmartphones, rassistische Auseinandersetzungen auf dem Schulhof, extremistische oder religiös begründete Provokationen im Unterricht fordern die Lehrer_innen und Sozialarbeiter_innen zur Stellungnahme. Eine Stellungnahme, die, so Kurt Edler, nur aus einer eigenen Wertesicherheit erfolgen kann, die er mit dem Begriff der „Grundgesetzklarheit“ umschreibt. „Die Bearbeitung von Werte- und Kulturkonflikten im schulischen Alltag kann nur Gelingen, wenn wir dies „kleine Büchlein“, unser Grundgesetz, präsent und verinnerlicht haben als eigenen Wertekompass.“

Dies gelte, so Edler, nicht nur für die Unterrichtsbereiche, in denen Politik oder Religion eine Rolle spiele. Auch Kunst- oder Sportlehrer_innen können in solche Konfliktlagen geraten und müssen diese meistern können. Dabei muss Schule aber auch ihre Grenzen kennen und wissen, wann der pädagogische Rahmen überfordert ist. Öffentlich gezeigte IS-Symbolik auf dem Smartphone ist eine Straftat und damit auch ein Fall für die Sicherheitsbehörden. Hier müssen alle Beteiligten einschätzen können, wann dieser Weg zwingend einzuschlagen ist, ein Schritt, der sehr schwerfallen kann, gerade auch im Eingeständnis, pädagogisch nicht mehr weiter zu kommen. Doch Edler machte gerade im praktischen Teil seiner Ausführungen Mut, sich diesen Werte- und Konfliktlagen zu stellen und gab viele Anstöße für konkrete Lösungsmöglichkeiten, die von den Seminarteilnehmer_innen mit großem Interesse ausprobiert und aufgenommen wurden.

Als wichtiger Ansprechpartner gerade in diesem Kontext und gerade auch für Schulen und Jugendeinrichtungen stellte sich zudem die Beratungseinrichtung PROvention aus Kiel vor. PROvention ist das Landesprogramm gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein. Es wurde im April 2015, finanziert vom Innenministerium des Landes und unter der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGSH), ins Leben gerufen. Das Team von PROvention berät Angehörige, Freund(e)_innen und Bekannte von Personen, die von Radikalisierung oder Extremismus betroffen sind. Auch Ausstiegswillige können die Beratung nutzen. Diese erfolgt kostenlos, vertraulich sowie einzelfall- und lösungsorientiert. Darüber hinaus werden öffentliche Vorträge und Weiterbildungen angeboten. PROvention ist über eine Beratungshotline zu erreichen unter 0431/ 73 94 926.

 


 

"Mini-Projekte"

 

Projektträger

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.                                           

Schmilauer Straße 66                      

23879 Mölln                                                                                                             

Tel: 04542-843785                                                                                                                      

E-Mail: koordination(at)kjr-herzogtum-lauenburg.de

             

Projektzeitraum: Januar bis Dezember 2016

 

Im Rahmen der Umsetzung der „Partnerschaften für Demokratie“ wird Maßnahmeträger_innen die Möglichkeit geboten kurzfristig und unbürokratisch mit Fördermitteln bis zu 300,- € z.B. auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren zu können. Für die „Mini-Projekte“ wurde ein Gesamtbudget von 2.500,- € des Aktions- und Initiativfonds vorgesehen.
2016 wurden sechs Mini-Projekte bewilligt, für die der Kreisjugendring die Trägerschaft übernahm.
Ein Mini-Projekt mit Zielgruppe junge Geflüchtete kam letztlich nicht zur Umsetzung. Folgende fünf Mini-Projekte wurden umgesetzt:

 

"Pegasus-Festival"
Am 21. Mai fand von 14 bis 22 Uhr das Pegasus-Festival im Möllner Kurpark statt. Das Festival wurde von der Kultur-Kommunity (Jugendbeirat der Stiftung Herzogtum Lauenburg) geplant, organisiert und umgesetzt. Zusammen mit den Unterstützer_innen wie das Jugendzentrum Mölln und dem Steinaukulturverein, das DRK, die ”genießBar im Herzogtum” (Sucht- und Schuldenprävention Petra Schörling), das Team Viva con Aqua aus Lübeck und vielen jungen Ehrenamtlichen konnte ein toller Tag veranstaltet werden, an dem ca. 1.000 Menschen über den Tag verteilt teilnahmen. Es standen acht lokale Bands auf der Bühne.

 

"Fußball ohne Grenzen"
Ein Projekt der Freien Jugendhilfe e.V. Es ist ein niedrigschwelliges, offenes Angebot in Ratzeburg zur gemeinsamen sportlichen Betätigung als Möglichkeit des Knüpfens von Kontakten und Hilfestellung bei sozialen und kulturellen Fragen am Rande des Fußballplatzes. Fußball ohne Grenzen ist hervorragend angelaufen und wird von Jugendlichen jeglicher Couleur als Anlaufstelle genutzt. Gerade jene Jugendlichen, denen in einem Verein, der in den höheren Altersklassen bereits stark auf Leistung setzt, keine nennenswerten Möglichkeiten zum aktiven Fußballspielen geboten werden können, finden sich jeden Montag beim Angebot ein. Somit wird nicht nur ein tolles Angebot für in finanzieller Hinsicht sozial benachteiligte Jugendliche geschaffen, indem auf Mitgliedsbeiträge verzichtet wird, sondern auch ein Angebot für all jene schaffen, die ungezwungen, ohne Verpflichtungen und ohne Leistungsdruck Fußball spielen wollen. Das Projekt trägt dabei fast automatisch einen wertvollen Teil zur Verständigung bei und baut Brücken zwischen den Jugendlichen.

 

Theaterstück mit Gespräch "Liebe, Love and Sexperts"
In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Alter Bahnhof führte Pro Familia Geesthacht e.V. ein Theaterstück des Theaterspieles Witten im Kleinen Schillertheater in Geesthacht auf. Das Stück richtete sich an Schüler_innen der Klassenstufe 7 bis 8. Insgesamt nahmen rund 180 junge Menschen teil. Im Anschluss fand ein moderiertes Schüler_innengespräch mit Brigitta Marx (pro Familia), Beate Albrecht (Schauspielerin) und Christian Fritsch (Jugendpflege) zu den bei den Schüler_innen anliegenden Themen rund um selbestimmter Umgang mit sich und seinem Körper statt.

 

"Gespräche mit Aussicht"
Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg ist die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände im Kreis und befindet sich auf unterschiedlichen Ebenen im Gespräch mit diesen. Er versteht sich als Impulsgeber und Unterstützer. Im Rahmen der „Gespräche mit Aussicht” diskutierte der KJR im November 2016 die Landtagswahl 2017 und das ehrenamtliche Engagement mit den Vertreter_innen der Jugendverbände.

In zwei Phasen wurden beide Themen bearbeitet. Für das Thema „Ehrenamt – ein Auslaufmodell?” konnte Dr. Kristin Junga von der Ehrenamtsstelle der evangelischen Nordkirche gewonnen werden. In einem Vortrag regte sie zu verschiedenen Überlegungen an.
Im Rahmen des Workshops ”Wahl & Wir” konnte der KJR verschiedene Aktionsideen vorstellen. Es wurde die Bedeutung des Wahlrechtes und die Verknüpfung zur Jugendverbandsarbeit hergestellt. Es sind bei den beteiligten Vereinen neue Ideen entstanden, wie dies umgestezt werden kann.

 

"Weg von der Straße - Ab auf den Platz"
Mehr Kinder verbingen ihre Freizeit auf der Straße. Strukturen wie Vereine, in denen sie mit anderen Kindern gemeinsam Zeit verbringen, demokratische Kompetenzen und Teamgeist entwickeln sind zunehmend für Kinder kein Alltag. Stattdessen verbingen viele ihre Freizeit auf der Straße. Mit der Aktion ”Weg von der Straße – ab auf den Platz” war es das Ziel, Kinder in Wentorf zu annimieren, diese positiven gemeinschaftlichen Erfahrungen zu erleben. Sie wurden animiert sportlich zu werden  und im Team zu agieren. So fand einmal in der Woche eine Stunde ein offenes, nicht auf Vereinsmitglieder beschränktes und kostenfreies Angebot statt, in dem sie viel Spaß in der Gemeinschaft und Teamgeist erfuhren.

 


 

"Mediathek der Vielfalt"

 

Projektträger

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.                                           

Schmilauer Straße 66                      

23879 Mölln                                                                                                             

Tel: 04542-843785                                                                                                                      

E-Mail: koordination(at)kjr-herzogtum-lauenburg.de

             

Projektzeitraum: Dezember 2016

 

Einrichtung einer Mediathek der Vielfalt bei der lokalen Koordinierungs- und Fachstelle durch Restmittel aus dem Aktions- und Initiativfonds. Das Konzept hinter der Mediathek der Vielfalt besteht bereits und wird z.B. vom IDA e.V. in Düsseldorf, aber auch von anderem ”Partnerschaften für Demokratie”, z.B. in der Pfalz, angeboten. Multiplikator_innen aus der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit sowie engagierten Bürger_innen wird kostenfrei per Ausleihe vor allem Methoden-Material zur Verfügung gestellt.

Die Begleitausschussmitglieder und Träger im Kreis waren eingeladen eigene Vorschläge für Anschaffungen von Medien zu machen, um eine vielfältige Perspektive zu ermöglichen. Die angeschafften Medien sind vor allem gruppendynamische Methoden, die sich in Jugendgruppen hervorragend eignen, um Themenkomplexe wie Demokratie, Diversität, Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, religiös motivierter Extremismus u.a. einzubringen und zu behandeln. Die Anschaffungen richten sich somit stark an Jugendliche und den Schwerpunkt der ”Partnerschaft für Demokratie” im Kreis. Die Mediathek wurde zudem durch bereits vorher gemachte Anschaffungen ergänzt.

 

Die Mediathek kann hier eingesehen werden.

 


 

"Organisation und Durchführung einer Auftaktveranstaltung zur Einrichtung einer 'Partnerschaft für Demokratie' der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen"

 

Projektträger

Verein Miteinander leben e.V.

Bahide-Arslan-Gang

23879 Mölln

Tel: 04542-843309

E-Mail: miteinander.leben(at)t-online.de

 

Projektzeitraum: November bis Dezember 2016

 

Die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen haben sich gemeinsam für eine "Partnerschaft für Demokratie" beim Bundesprogramm "Demokratie leben!" beworben und im Rahmen einer Auftaktkonferenz, die federführend vom Verein Miteinander leben e.V. ausgerichtet wurde, dafür inhaltliche Weichenstellungen getroffen.

Rund 60 Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen der Zivilgesellschaft, aus Kommunalpolitik, Flüchtlingshilfe und Migrationssozioalberatung, aus Sozialverbänden, Kultur, Schule und aus der Initiativarbeit gegen Rechtsextremismus, kamen dafür einen Tag lang in der Ratzeburger Jugendherberge zusammen, um zukünftige Förderschwerpunkte zu beraten. Es wurde eine Zielpyramide gebaut, die genau Auskunft geben kann, was mit diesen Fördermitteln in den kommenden drei Jahren erreicht werden soll und wie dies umzusetzen ist. Auf drei Leitziele konnten sich die Konferenzteilnehmenden dabei verständigen:

 

"Wir Menschen in der Region Stadt Ratzeburg und Amt Lauenburgische Seen leben in einer friedlichen, demokratischen, aktiven und vielfältigen Gesellschaft, die von Zuversicht geprägt ist."

 

"Uns leiten die Werte unseres Grundgesetzes und der Wille, dem Menschen gerecht zu sein und ihm auf Augenhöhe zu begegnen."

 

"Wir fördern gegenseitiges Verständnis, Teilhabe sowie die Verantwortung für uns und unsere Gesellschaft und machen dies erfahrbar."